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Knutt (im Winter), Jeroen Reneerkens (jeroenreneerkens@hetnet.nl)

Knutt

Der Knutt ist ein mittelgroßer Strandläufer und etwas untersetzt. Im Sommer ist dieser Vogel an der Bauchseite rotbraun gefärbt. Im Wattenmeer kommen zwei Unterarten vor: die eine brütet in Kanada oder Grönland und zieht über Island ins Wattenmeer zum Überwintern. Die andere Art zieht von Sibirien über das Wattenmeer nach Westafrika, um dort zu überwintern. Im Winter hat der Knutt einen grauen Rücken und einen weißen Bauch.

  • Knutt

    Der Vogel hat seinen Namen vom dänischen König Knut, einst ein Herrscher über die Länder an der Nordsee, der probiert hatte, die Strömungen umzukehren. Eine Übereinstimmung zwischen König und Vogel ist die maritime Lebensweise.
    Der Knutt hat sich auf die Suche nach Schalentieren spezialisiert, wobei die Baltische Tellmuschel bevorzugt wird. Insgesamt fangen alle Knutts zusammen jährlich etwa 1,5 Millionen Kilo Muschelfleisch aus dem niederländischen Wattboden.

  • Ein besonderer Vogel
    Knutt, Island, Jeroen Reneerkens
    Knutt, Island, Jeroen Reneerkens

    Der Vogel findet sein Futter auf eine ganz besondere Art und Weise: Er misst mit seinem Schnabel die Druckunterschiede rund um Gegenstände im nassen Sand. So kann er bis auf 10 cm Abstand ein Schalentier erfühlen. Bis jetzt ist der Knutt die einzige Art von der bekannt ist, dass er auf diese Art und Weise sein Futter sammelt. Andere Strandläufer fangen Würmer, indem sie Erschütterungen im Sand mit ihrem Schnabel auffangen. Da die Druckunterschiede nur im nassen Sand wahrgenommen werden können, ist auch klar, warum ein Knutt nie bei der Nahrungssuche auf trockengefallenen Wattplaten beobachtet wird.

  • Geruchstarnung

    Knutts schützen ihr Federkleid mit einem Bürzelwachs, das aus einer öligen Substanz besteht. In der Brutzeit verändert sich die Zusammensetzung dieses Wachses von Mono-Ester in Di-Ester. Die Di-Ester sind nicht so flüchtig wie die Mono-Ester. Wissenschaftler glauben, dass die Funktion der Di-Ester darin besteht, den Geruch der Vögel zu verringern, so dass sie nicht so leicht von Polfüchsen und anderen Raubtieren entdeckt werden können.

  • Stark schwankende Zahlen
    Anzahl Knutts im Wattenmeer, Ecomare

    Aus der Grafik werden die großen Schwankungen der Anzahlen von Knutts, die im Winter im niederländischen Wattenmeer bleiben, deutlich. Dies hängt vermutlich mit dem schwankenden Bestand der Muscheln zusammen. Zwischen 1999 und 2003 schien die Zahl der Knutts jedes Jahr stark abzunehmen, aber 2004 und 2005 war sie wieder ein ganzes Stück höher als 2003. Bei der Winterzählung im Januar 2006 zeigte der Knutt eine deutliche Zunahme bei den Zahlen der überwinternden Vögel, dagegen setzte sich die Abnahme anderer Muschelfresser, wie Eiderenten und Austernfischer, weiter fort.

  • Brut und Zug

    Der Knutt brütet in Grönland, Kanada und Sibirien, dort ernähren sie sich von Insekten. Die grönländischen und kanadischen Vögel mausern und überwintern in Westeuropa, die meisten von ihnen bleiben im Wattenmeer. Die sibirischen Knutts kommen auch ins Wattenmeer, ziehen aber nach einiger Zeit weiter in das westafrikanische Küstengebiet, wo sie überwintern.

    Für den Zug über derartig lange Strecken benötigen die Knutts viel Energie, die sie in Form von Fett speichern. Ein Knutt auf Durchreise nach Afrika kann im Wattenmeer in etwa einem Monat diesen Fettvorrat aufbauen. Kurz vor dem Abflug kann der Vogel bis zu 150 Gramm wiegen, doppelt so schwer wie bei der Ankunft nach einem Flug von einigen Tausend Kilometern. Auf dem Zug verzehrt der Knutt auch Gewebe, das er nicht benötigt, wie z.B. den Magen. Herzmuskel und Lungen nehmen dagegen in Größe zu.