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Einsiedlerkrebs

Maße:

bis 35 Millimeter

Farbe:

weiß mit rot, orange oder rosa Tönen

Nahrung:

Allesfresser: Würmer, kleine Krebsartige, tote Tiere

Feinde:

neidische Artgenossen, andere Krebsartige, Fische und manche Vögel

Fortpflanzung

geschlechtlich

Einsiedlerkrebs, Ecomare

Einsiedlerkrebs

Einsiedlerkrebse besitzen einen weichen Hinterleib, der nicht durch ein Außenskelett geschützt wird. Sie nutzen ein leeres Schneckenhaus als Panzerersatz. Einsiedlerkrebse müssen während des Wachstums regelmäßig ein größeres Schneckenhaus suchen. Größere Einsiedlerkrebse sitzen häufig in den Gehäusen der Wellhornschnecke, kleinere kann man auch schon in Strandschneckenhäusern finden. Auf den Gehäusen, die vom Einsiedlerkrebs bewohnt werden, findet man manchmal Stachelpolypen. Der Kopf, ein Paar lange Antennen, zwei Paar Laufbeine und die kräftigen Scheren ragen aus der Öffnung. Die rechte Schere ist bei den Einsiedlerkrebsen größer als die linke.

  • Verbreitung und Lebensraum

    Einsiedlerkrebse werden in der gesamten Nordsee angetroffen. Sie leben in der unteren Gezeitenzone in Gezeitentümpeln und unter Steinen. Ab und zu spülen sie in größeren Mengen an den Strand.

  • Verschiedene Besteckarten

    Die Ernährung der Einsiedlerkrebse ist erstaunlich vielfältig. Im Maul befindet sich ein Sieb, mit dem sie Plankton aus dem Wasser filtern können. Auch können sie ein Schleimnetz aus dem Maul hängen lassen, mit dem sie Plankton fangen. Die winzigen Tiere zwischen den Sandkörnern auf dem Boden werden mit Hilfe von Borstenhaaren am Mund herausgeputzt.

  • Flüchten, kämpfen oder umziehen

    Die Hinterbeine der Krebse sind zu 'Haken' umgebildet, mit denen sie sich in den Gehäusen verankern können. Bei Gefahr zieht der Einsiedlerkrebs sich in die Schale zurück. Die große rechte Schere schließt als "Deckel" den Eingang des Schneckenhauses ab. Sie dient ebenso der Selbstverteidigung wie dem Knacken von kleineren Schalentieren. Einige Einsiedlerkrebse haben neben den Scheren noch andere Verteidigungsmittel. Ab und zu kommt es vor, dass ein Einsiedlerkrebs eine Seeanemone auf seiner Schale hat. Diese Anemone schreckt Feinde ab. Wenn der Krebs in ein neues Gehäuse umzieht, dann nimmt er die nützliche Anemone mit.
    Wenn sehr viele Einsiedlerkrebse auf einem kleinen Stückchen Meeresboden sitzen, kann man sie manchmal untereinander kämpfen sehen. Manchmal streiten sie um ein leeres Gehäuse und manchmal um das Gehäuse des Gegners, Neid unter Nachbarn kommt auch bei diesen Tieren vor. Neben Nachbarschaftsstreit haben Einsiedlerkrebse es noch mit einem anderen Problem zu tun, das auch den Menschen bekannt ist. Es stehen nämlich in der letzten Zeit nur wenig große Gehäuse den Krebsen zur Verfügung. Der Grund ist der schlechte Zustand der Wellhornschneckenpopulation, den ursprünglichen Bewohnern der Gehäuse. Ein Einsiedlerkrebs, der kein größeres Gehäuse finden kann, muss in seinem engen Haus wohnen bleiben, oder um das Gehäuse eines anderen kämpfen.
    Wenn ein Einsiedlerkrebs das Haus eines anderen haben möchte, wird er zuerst eine Drohhaltung annehmen. Er hält seine Scheren in die Höhe, um mit ihrer Größe zu prahlen. Funktioniert das nicht, dann wird er zum Kampf übergehen. Er hält mit seinen Scheren den anderen Einsiedlerkrebs fest und beginnt rhythmisch mit seinem Haus gegen das Haus des anderen Krebses zu klopfen. Stell dir vor, wenn der Nachbar aus Neid ständig an deinem Haus klopfen würde! Es klingt vielleicht nicht sehr heldenhaft, es hat aber oft Erfolg.