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Tintenfisch, Gemeiner

Maße:

etwa 30 cm lang (Arme nicht mitgezählt)

Farbe:

kann die Farbe ändern, meistens Brauntöne

Alter:

2,5 Jahre

Nahrung:

Krabben, Garnelen, Schnecken, Muscheln, Bodenfische und andere Tintenfische

Feinde:

Haie, Rochen, Raubfische, größere Tintenfische, Delphine, Seehunde, (tauchende) Seevögel und Menschen

Fortpflanzung:

geschlechtlich

  • Nie: Zeekat
  • Lat: Sepia officinalis
  • Eng: Common cuttlefish
  • Deu: Gemeiner Tintenfisch, Sepia
  • Dän: Sepiablæksprutte
  • Fra: Sèche
Gemeiner Tintenfisch (Sepia), Ecomare, Peter van der Wolf

Gemeiner Tintenfisch (Sepia)

Gemeine Tintenfische (Sepias) haben keine Knochen, dafür aber ein Rückenschild. Dieses Rückenschild dient, neben der Stabilität, zur Erhöhung des Treibvermögens. Die meisten Rückenschilder (Schulpen), die man am Strand findet, stammen vom Gemeinen Tintenfisch. Im Zoofachhandel werden sie als Kalkquelle für Käfigvögel angeboten. Die Farbe des Tintenfisches ist anhängig von der 'Stimmung' des Tieres und von der Umgebung. Sie nutzen ihren Flossensaum zur Fortbewegung und sie können schnell rückwärts schwimmen. Gemeine Tintenfische sind vielleicht etwas übervorsichtig, sie haben aber auch eine Menge Feinde.

  • Farbkünstler

    Tintenfische sind Farbkünstler: sie passen sich innerhalb von Sekunden mit Leichtigkeit an ihre Umgebung an. Wissenschaftler haben kürzlich festgestellt, dass Tintenfische durch schnelle Farbwechsel bei der Paarung, der Balz oder bei Kämpfen auch miteinander kommunizieren. Das Schauspiel von laichenden Tintenfischen ist vor allem besonders, weil die Tiere dabei schnell die Farbe wechseln. Viele Taucher kommen jährlich zu diesem Schauspiel.

  • Tintenfische in Gefangenschaft
    Tintenfisch aus dem Ei, foto fitis, sytske dijksen

    Obwohl Tintenfische schön anzuschauende Tiere sind, muss man dafür doch häufig einen Tauchgang machen. Einige Aquarien in den Niederlanden und Belgien haben zwar Tintenfische, diese halten es in den Aquarien aber meistens nicht lange aus.
    2007 befand sich in den Netzen des Fischerbootes TX34 etwas besonderes. Neben dem üblichen Fang waren unbekannte Eier im Netz. Diese wurden schnell zu Ecomare gebracht, wo die Eier ins Meerwasser gelegt wurden. Nach einer gründlichen Begutachtung kamen die Ecomare-Mitarbeiter zum Schluss, dass es die Eier eines Tintenfisches waren, eine Tierart, die sie noch nicht eher in ihrem Aquarium gehabt hatten.
    Es wurde spannend, als die Jungen aus den Eiern schlüpften, denn die Frage war, wie man Tintenfische hält? Es gab Beratschlagungen mit anderen Aquarien, die berichten konnten, wie man kleine Tintenfische gesund hält. Die Tintenfische bei Ecomare bekamen lebende Garnelen.
    Tintenfische jagen auf eine ganz andere Art als Kalmare. Ein junger Sepia belauert seine Beute, schwimmt dann sehr langsam nach vorne und packt die Beute dann erst mit beiden langen Fangarmen. Die Garnelen für die Tintenfische auf Texel wurden am Strand gefangen, mit Schleppnetzen, bis es Winter wurde und die Garnelen in tieferes Wasser zogen. Es wurde zwischenzeitlich spannend, denn es gab nicht genug Garnelen für die Tintenfische. Glücklicherweise hat der Garnelenfischer TX25 die Tintenfische vor dem Hunger bewahrt und einige Garnelen für Ecomare zurück behalten.
    Als die Tintenfische groß genug waren, wurden sie in den Aquariumsaal gebracht, wo die Besucher sie bewundern konnten. Hier wurde deutlich, dass die Tintenfische den Stress schlecht vertragen konnten. Die vielen Menschen, der Lärm, das Licht, die neue Umgebung, es wurde ihnen vermutlich zuviel. Damals sind leider einige Tintenfische gestorben. Die Überlebenden wurden schnell aus dem Aquarium geholt und leben jetzt ruhig in einem Aquarium außerhalb des Besucherbereiches. Für die Besucher ist es vielleicht nicht so toll, dass sie diese besonderen Tiere bei Ecomare nicht sehen können, aber für die Tintenfische ist die Ruhe, die sie jetzt in ihrer neuen Unterkunft haben, buchstäblich lebenswichtig.

  • Tintenfische und die Fischerei
    junge Tintenfisch, foto fitis, sytske dijksen

    Seit etwa 1965 sind Tintenfische in der Nordsee deutlich seltener geworden. Dies wird der Ausbreitung der Baumkurrenfischerei mit ihren Weckerketten zugeschrieben. Tintenfische wurden bis vor kurzem in der Nordsee nicht zielgerichtet befischt.
    Tintenfische ziehen alljährlich in großen Mengen von der Nordsee in die Oosterschelde, um sich dort zu paaren. Das Paarungsritual wird in Zeeland jedes Jahr von vielen Hunderten Tauchern verfolgt. Nach dem Absetzen der Eier sterben die erwachsenen Tiere. Allerdings steht während der Laichzeit der Tintenfische die Oostschelde voll mit Netzen für den Aalfang. Dadurch sterben einige Tintenfische, bevor sie sich fortpflanzen konnten.
    Nicht nur die Aalnetze sorgen für Probleme während der Paarungszeit. Die Netze der Krebsfischer sind ideale Orte zur Eiablage für die Tintenfische. Eine beträchtliche Anzahl von Tintenfischen verfängt sich dabei in den Netzen. Regelmäßig schneiden Taucher die festsitzenden Tintenfische aus den Netzen - und die Fischer haben den Schaden. Fischer und Taucher werden in der Oosterschelde dafür sorgen, dass die laichenden Tintenfische ihre Eipakete besser ablegen können und weniger Probleme mit den Netzen der Krebsfischer verursachen.
    Rund um die Krebsnetze werden extra Seile gespannt, speziell für die Tintenfischeier. Gestelle aus Weidengeflecht werden als Versteck im Boden verankert. Und schließlich werden alle Taucher aufgerufen, keine Tintenfische mehr abzuschneiden. Das Abschneiden macht sowieso wenig Sinn, da die Tiere bereits im Sterben sind, nachdem sie ihre Eier abgelegt haben.

  • Verbreitung und Lebensraum

    In der Nordsee sind Tintenfische bis in 150 Meter Wassertiefe weit verbreitet. Im Frühjahr ziehen sie zur Fortpflanzung vom Ärmelkanal in die Küstengewässer. In den Niederlanden kann man Tintenfische während der Paarungszeit in den Deltagebieten finden, insbesondere in der Oosterschelde.