Das Wattenmeer gab es nicht immer. Es hat Jahrtausende gebraucht, um so zu werden, wie es jetzt ist. Und noch immer verändert sich das Gebiet fast täglich.
Zur Entstehung des Wattenmeeres müssen wir Tausende von Jahren zurück in die Vergangenheit gehen. In die älteste Eiszeit, die wir kennen, vor rund 150.000 Jahren. Bereits damals befand sich zwischen England, Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Dänemark ab und zu ein flaches Meeresgebiet. In den Eiszeiten gefror das Wasser, damals lag sogar die Nordsee trocken. Erst vor 10.000 Jahren, als die Temperatur auf der Erde zu steigen begann und das Eis schmolz, bekam das Wasser die Möglichkeit, ein großes Meer zu bilden. Das Meer, das wir als das Wattenmeer kennen.
Bis es soweit war, mussten aber erst noch einige Hindernisse überwunden werden. Der Strandwall zum Beispiel. Eine fast durchgängige Dünenreihe gegen die das Wasser bei Stürmen drückte, bis Öffnungen entstanden. Aber auch die Moorgebiete hinter dem Strandwall, in denen durch den Druck der Meeresströmung Priele entstanden. Es dauerte dann noch sehr viele Jahre, bis die Priele so groß waren, dass sie sich trafen und ein echtes Meer entstand. Als sich dieses Meer vor 1000 Jahren bei einem großen Durchbruch mit der Zuiderzee verband und endgültig vom Festland getrennt wurde, war das Wattenmeer, wie wir es jetzt kennen, eine Tatsache.