Das Phytoplankton ist zum Wachsen abhängig von Licht und Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kieselsäure. Die Menge an Licht und Nährstoffen kann im Jahresverlauf sehr unterschiedlich sein. Im Winter gibt es zu wenig Licht, um das Phytoplankton wachsen zu lassen. Es gibt zwar genug Nährstoffe im Meerwasser, aber diese werden nicht gebraucht. Im Winter gibt es dann auch entsprechend wenig Phytoplankton.
Mehr Sonnenlicht im Frühling ist der wichtigste Faktor für die Zunahme des Phytoplanktons. Zuerst vermehren sich die Diatomeen. Diese Arten brauchen relativ wenig Licht und wachsen schon bei niedrigen Temperaturen gut. Dieses Wachstum kann schnell erfolgen (jeden Tag eine Teilung). Dabei werden die im Meerwasser gelösten Mineralien - Nitrat, Phosphat und Kieselsäure - verbraucht. Die Kieselsäure wird beim Aufbau der Kieselschalen, das Nitrat und Phosphat beim Aufbau der Baustoffe (organischer Stoffe wie Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette) gebraucht.
Wenn die Menge an Kieselsäure im Wasser nach einiger Zeit erschöpft ist, stoppt die Produktion und die Diatomeen sterben langsam ab. Inzwischen haben die Lichteinstrahlung und die Temperatur in der obersten Wasserschicht zugenommen. Andere Algenarten, die keine Kieselsäure brauchen, namentlich die Flagellaten, bekommen jetzt ihre Chance.
Im Sommer, wenn die Menge Nitrat und Phosphat von diesen Arten ausgeschöpft worden ist, nimmt das Algenwachstum ein Ende. Die Algen, die nicht von den Tieren gefressen wurden, sterben ab und sinken auf den Meeresboden. Dort werden sie von Bodentieren verzehrt oder von Bakterien abgebaut. Beim Abbauen der Algen werden die genannten Nährstoffe wieder frei und sind wiederum für das Phytoplankton verfügbar.
In den flachen Teilen der Nordsee setzt sich so das Wachsen und Sterben der Algen bis zum Herbst fort. Danach sind die Lichtperioden so kurz geworden, dass weiteres Wachstum nahezu unmöglich ist.
Im Meer lebt eine große Bandbreite von verschiedenen Pflanzen und Tieren. Ohne Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette können sie nicht existieren. Tiere können diese Baustoffe nicht herstellen, Pflanzen - und somit auch das Phytoplankton - können es schon. Direkt oder indirekt bekommen Tiere diese Baustoffe durch die Ernährung mit Algen oder Algenfressern. Ein Teil des Zooplanktons ernährt sich mit Phytoplankton. Der Rest des Zooplanktons und Bodentiere und Fische fressen ihrerseits das Zooplankton und bekommen so ihre Baustoffe, während sie selbst von größeren Fischen, Seevögeln und Seesäugetieren gefressen werden. Eine solche Reihe von Fressen und Gefressenwerden nennt man eine Nahrungskette. Meistens sind die Verhältnisse komplizierter als bei einer einfachen Kette, dann spricht man von einem Nahrungsnetz.