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Brackwassergebiet in Zeeland, foto fitis, sytske dijksen

Brackwassergebiete

Das typische Merkmal eines Brackwassergebietes ist die Mischung von Süß- und Salzwasser. Diese Mischung kann sowohl außerhalb der Deiche als auch im Binnenland stattfinden. Der Salzgehalt des Brackwassers kann zwischen 0,5 g/l und 30 g/l liegen. Wasser mit weniger als einem halben Gramm Salz pro Liter wird als Süßwasser bezeichnet. Typische Tiere und Pflanzen von Brackwassergebieten sind die Flunder, Schwebgarnele, der Dreistachlige Stichling, Queller und die Strand-Aster.

  • Mischung von süß und salzig
    Ostsee, foto fitis, sytske dijksen

    Meerwasser und Süßwasser können auf zwei Arten vermischt werden. Durch die Gezeitenbewegung dringt Meerwasser in die Flussläufe und kommt mit dem süßen Flusswasser in Verbindung. Brackwasserzonen außerhalb der Deiche sind davon die Folge. In manchen Fällen, wenn die Flüsse viel Wasser antransportieren und wenig Meerwasser vorhanden ist, sind die Zonen sehr groß. Im Wattenmeer sind der Dollart und der Jadebusen zu einem großen Teil brack, und auch die Ostsee enthält Brackwasser. Auch innerhalb der Deiche können Brackwassergebiete vorkommen. Salziges Grundwasser, das an der Deichinnenseite wieder an die Oberfläche gelangt, kann sich hier mit Süßwasser mischen.

  • Der bracke Boden
    Strandaster, foto fitis, sytske dijksen

    Die normalen landwirtschaftlichen Nutzpflanzen vertragen kein salziges oder brackiges Grundwasser. Wenn Salzwassser über das Grundwasser in Gebiete hinter dem Deich eindringt, ist dies eine ungewünschte Versalzung und die Wasserbauer versuchen dies zu verhindern. Für Naturschutzflächen an der Küste ist dieser Zustand oft gerade erwünscht, weil sich unter diesen Bedingungen seltene Pflanzenbestände entwickeln.
    Die Landwirte können in binnendeichs gelegenen Brackwassergebieten nicht viel anbauen. Viele normale Ackerpflanzen können das Salz im Wasser nicht vertragen. Doch gibt es auch Arten, die gerade im Brackwasser ideale Lebensbedingungen finden. Diese Arten werden Salzwassergemüse genannt. Queller und Strandaster sind Beispiele davon.

  • Brackwassergebiete
    Grevelingen, foto fitis, sytske dijksen

    Die Deltagewässer waren von alters her zu einem wichtigen Teil Brackwassergebiet. Das Veerse Meer, das Grevelinger Meer und Teile der Westerschelde sind nun noch brackig. Die Oosterschelde und das Haringsvliet nicht mehr. In Südholland beschränken sich die Brackwasser auf Binnendeichgebiete wie Goeree Overflakkee, Voorne Putten und Hoeksche Waard. Brabant besitzt noch einige Brackwassergebiete an der Grenze zu Seeland. Früher war auch der Biesbosch brackig. In Nordholland findet man Binnendeichbrackwasser hinter der Hondsbossche Zeewering, im Wieringermeer und auf Texel. Die übrigen Watteninseln und Friesland und Groningen haben noch einige Brackwassergebiete innerhalb der Deichen. Der Dollard ist ein großes Außendeich-Brackwassergebiet. Die Zuiderzee war einst ein großes Brackwassergebiet.