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Langeoog

Einwohnerzahl:

2100

Fläche:

20 Quadratkilometer

Langeoog und Ausssichtspunkt mit Blick auf Baltrum, Ecomare

Langeoog

Die Ostfriesische Insel Langeoog liegt zwischen Baltrum im Westen und Spiekeroog im Osten und hat eine Ausdehnung von etwa 20 qkm bei einer Länge von 11 km (= "lange Insel") und einer durchschnittlichen Breite von 1.5 Kilometern (max. Breite 4 km). Es leben heute (2001) etwa 2100 Menschen auf der autofreien Insel und pro Jahr kommen etwa 115.000 Besucher auf die Insel.

  • Verkehr
    Pferdetaxi auf Langeoog, Ecomare

    Langeoog ist von Bensersiel aus tideunabhängig in zirka 45 Minuten mit der Fähre zu erreichen. Die Insel ist autofrei, Besucher können ihre Autos in den Inselgaragen in Bensersiel stehen lassen. Auch mit einem Flugzeug ist Langeoog zu erreichen. Die Fortbewegung auf der Insel findet zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit der Pferdekutsche statt. Es gibt auch hier radfreie Zonen in der Hauptsaison.

  • Entstehung

    Der Untergrund von Langeoog besteht aus eiszeitlichen Ablagerungen, die frühzeitig die Bildung einer Düneninsel begünstigt haben. Das Schlickwatt an der Inselrückseite lässt sich auf das 1. Jahrhundert vor Christus zurückdatieren. Es gibt auf Langeoog keine Buhnen und Deckwerke am Westkopf der Insel. Die hohen Kaapdünen schützen den Ort.

  • Fremdenverkehr auf Langeoog

    Die Langeooger profitierten vom zunehmenden Fremdenverkehr erst nur als Lieferanten von Möweneiern nach Norderney, die dort eine Delikatesse waren. Es kamen nur vereinzelt Besucher nach Langeoog. 1830 wurde das Seebad Langeoog gegründet, an das die Bevölkerung allerdings nicht sonderlich interessiert war. 1843 wurde eine reguläre Fährverbindung mit der Insel eingerichtet: das Schiff fuhr einmal in der Woche und in der Saison Montags und Freitags.
    Das evangelische Kloster Loccum gründete in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Hospiz auf Langeoog. Dieses Gästehaus bot den meisten Gästen eine Unterkunft. 1884 übernahm das Kloster auch die Regie über sämtliche Badeinrichtungen auf der Insel. Ab 1901 fuhr eine Pferdebahn auf der Insel. Die Pferde wurden 1937 durch eine Dieselbahn ersetzt.
    Vom Gästerückgang zur Zeit des 1. Weltkrieges und der Inflationszeit erholte sich Langeoog nur langsam. 1927 übernahm die Inselgemeinde die Organisation des Badebetriebes vom Kloster und die Reederei Esens - Bensersiel - Langeoog. Den 2. Weltkrieg überstand Langeoog relativ unbeschadet.

  • Sehenswürdigkeiten auf Langeoog

    Es gibt auf Langeoog einen Strandsportplatz, ein Meerwasser-Hallen-Brandungsbad, eine 19,9 m hohe Aussichtsdüne, die Melkhörndüne, und die höchste Strandpromenade aller ostfriesischen Inseln, mit einer Länge von 1,5 km. Auch das Haus von Lale Andersen, der Sonnenhof, befindet sich auf der Insel. Das Grab der berühmten Sängerin aus dem 2. Weltkrieg ("Lili Marleen") liegt auf dem Langeooger Dünenfriedhof.
    Im Haus der Insel finden kulturelle Veranstaltungen und Tagungen statt. Es gibt hier Fernsehräume, einen Gymnastiksaal, eine Vogelsammlung und eine Großschachanlage. An das Haus angeschlossen ist das Schifffahrtsmuseum mit dem vor dem Haus aufgestelltem Rettungsboot 'Langeoog'.
    Das Heimatmuseum 'Seemanshus' zeigt die früheren Lebensbedingungen auf der Insel.
    Der Wasserturm ist das Wahrzeichen Langeoogs. Der Turm steht auf den Kaapdünen, er ist 18m hoch und dient vorbeifahrenden Schiffen als Navigationshilfe. Er wurde 1908/09 als Wasserspeicher gebaut, ist aber heute nicht mehr in Gebrauch.
    1861 wurde die Station zur Rettung Schiffbrüchiger eingerichtet. Seit 1945 gibt es einen Wachturm mit Funk, der bei Sturm und in Seenotfällen besetzt ist. Von hier aus wird der auf Langeoog stationierte Seenotrettungskreuzer dirigiert.
    Das Spöölhus (Spielhaus) ist für die Kinder bestimmt, die allerdings in Begleitung ihrer Eltern kommen sollten. In der Spöölstuv gibt es auch die Möglichkeit, die Kinder betreuen zu lassen.

  • Landschaften und Naturgebiete auf Langeoog

    Wie auf allen Ostfriesischen Inseln, so gibt es auch auf Langeoog die typische Abfolge von Landschaftstypen: Auf den Strand an der Nordseeküste folgt der Dünengürtel, der die Insel von Norden her vor Überflutungen schützt. Die Melkhörndünen Langeoogs sind etwa 20 m hoch. Es handelt sich hierbei um bereits ältere Dünen, die sogenannten Grau- und Braundünen mit ihrer typischen Vegetation. Die älteren Braundünen sind in weiten Teilen von Kleingras-Rasen, Heiden und Gebüschen bedeckt. Auf einer Feuchtwiese gedeihen neben dem Klappertopf noch Orchideen, deren Reichtum und Ausdehnung einmalig auf den Ostfriesischen Inseln sind. Am Dünenrand gibt es kleine Flachgewässer, die Überreste früherer Überflutungen und der Sloops (= Lücken in den Dünenkörpern), die künstlich geschlossen wurden. Junge Dünen befinden sich auf Langeoog im Osten der Insel und am Flinthörn im Südwesten. Am Flinthörn, einem beträchtlichen Fluthaken, lassen sich die unterschiedlichen Stadien der Dünenentwicklung beobachten. Das als Vogelkolonie bezeichnete Ostende der Insel umfaßt eine etwa 5 km lange und 1,3 km breite naturnahe Landschaft mit Fluthaken, Sandplaten, Primärdünenfeldern, Weißdünen und feuchten Dünentälern.
    Im Lee der Dünen liegt ein Sommerpolder, der von einem Sommerdeich vor kleineren Sturmfluten geschützt wird. die Sommerpolder werden noch landwirtschaftlich genutzt. Noch im Gezeiteneinfluss befinden sich die Salzwiesen, die den Übergang zwischen Insel und Watt bilden. Auf Langeoog liegen die Salzwiesen im Südwesten und am Ostende der Insel. Sie sind von Prielen durchzogen und eng mit den angrenzenden Dünen verzahnt. Hier brüten u.a. Rotschenkel und Säbelschnäbler. Die Langeooger Salzwiese hat eine bis zu 70 cm hohe Abbruchkante zum Inselwatt.
    Die Riffe der Robbenplate sind von den Randdünen aus im Nordwesten zu sehen.

  • Geschichte von Langeoog

    Die neuzeitliche Besiedlung Langeoogs fand ab dem 13. Jahrhundert statt. Die Menschen auf Langeoog hatten es nicht einfach. Langeoog wird zum ersten Mal 1398 urkundlich erwähnt. Vor dem Nordwestende, unterhalb des mittleren Tideniedrigwassers, gibt es Bauspuren im Darg (= schilfreicher Niederungsmoor-Torf).
    Der erste namentlich genannte Inselvogt war der um 1630 genannte Melchior Edden Garmers. Inselvogte hatten u.a. die Aufgabe, die Pacht einzutreiben. Die Insulaner konnten das Land nicht besitzen, da es Herrenland war, sie mussten es pachten. Außerdem mussten sie dafür sorgen, dass bei einer Strandung auch der Lehnsherr seinen Anteil am Strandgut bekam. Um 1600 wohnten ca. 40 Menschen auf der Insel und 1660 wohnten 62 Menschen in 16 Häusern. 1666 musste der gesamte Ort Langeoogs mitsamt der Kirche verlegt werden, da der Flugsand das Dorf unbewohnbar machte. Insgesamt gabe es im 17. und 18. Jahrhundert mehrere Dorfverlegungen aufgrund von Sandverwehungen.
    1717 drohte die Insel auseinander zu brechen, nachdem die Weihnachtsflut die Insel zwischen zwei Dünenkomplexen überspült hatte. Die Insel wurde in zwei Teile geteilt und viele Gebäude waren zerstört. Die meisten Überlebenden verließen die Insel, nur vier der Familien versuchten einen Neuanfang. Vier Jahre später - 1721 - wurde Langeoog wiederum von einer schweren Sturmflut getroffen und die letzten Bewohner verließen die Insel. Langeoog war unbewohnt. 1723 wagten Siedler von Helgoland einen Neuanfang auf Langeoog, aber auch dieser Versuch scheiterte. 1732 gab es wieder drei ostfriesische Familien auf der Insel und ab 1744 förderte die preußische Regierung die Dünenpflege und subventionierte die Inselwirtschaft. 1749 lebten 16 Menschen auf Langeoog und es gab 2 Boote. Noch 1796 wird berichtet, dass die Einwohner Langeoogs von allen Zahlungen an die Obrigkeit befreit waren. Die Insulaner verdienten ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch Fischfang und Muschelschillgewinnung, einige fuhren auch auf Handels- und Walfangschiffen. In der napoleonischen Zeit waren zeitweise bis zu 200 französische Soldaten auf Langeoog stationiert, die ihre Spuren in Form von einem Dutzend Kanonenkugeln, zwei Münzen und Resten eines Teeservices hinterließen.
    Die Sturmflut von 1825 ließ beiderseits der Melkhörndünen das Große und das Kleine Schlopp entstehen. Die Durchbrüche konnten 1890 (Kleines Schlopp) und 1906 (Großes Schlopp) wieder geschlossen werden.