Nach 250 n. Chr. nahm der Einfluss der Römer in Nordwesteuropa ab. In dieser Zeit war das bis dahin dicht bevölkerte friesische Warftenland so gut wie unbewohnt. Die alte Bevölkerung von Friesland verschwand in dieser Zeit fast völlig. Vermutlich war diese Entsiedelung die Folge des Meeresspiegelanstieges. In der ersten Hälfte des Mittelalters wurden die Warften während der Völkerwanderungen unter anderem von Angeln, Chauken, Sachsen und Jüten bewohnt. Trotz der vielen Einwanderungswellen nannten sich die Einwohner der Warftenlandschaft durchweg Friesen. Die Angeln hatten einen starken Einfluss auf die Entwicklung der friesischen Sprache, das zeigen auch die starken Übereinstimmungen zwischen dem Alt-Friesischen und Alt-Englischen.
Da der Meeresspiegel mit etwa 1 mm pro Jahr stieg, mussten die Bewohner die Warften erhöhen. Dies geschah mit Plaggen, Mist und vor allem mit Abfällen.
Viehzucht und Handel brachten den frühmittelalterlichen Friesen Reichtum und Macht. Mitte des 7. Jahrhunderts reichte das friesische Königreich von der Schelde bis zur Weser. Danach wurde das Grundgebiet schnell kleiner durch die Eroberungen der Franken, durch die Wikingerüberfälle und - letztendlich - durch die gewalttätige Machtübernahme durch die Kirche.
Um 1000 nach Chr. bauten die Friesen, oft unter Leitung von Klöstern, in großem Umfang Deiche, wodurch das Wohnen auf Warften überflüssig wurde.