Die Gezeiten sind eine komplexe Erscheinung. Der Mond hat den größten Einfluss auf die Gezeiten. Durch die Anziehungskraft des Mondes entsteht ein hoher Wasserstand auf der mondzugewandten Seite der Erde (siehe obere Abbildung). Auf der anderen Erdseite gibt es ebenfalls einen hohen Wasserstand, der durch die Bewegung von Mond und Erde umeinander entsteht. Der Mond dreht sich nicht, wie häufig angenommen, einfach um die Erde, sondern Mond und Erde drehen sich zusammen um einen gemeinsamen Punkt, der nicht im Mittelpunkt der Erde liegt. Dadurch wird das Wasser regelrecht von der Erde weggeschleudert.
Da die Erde sich zudem auch um sich selber dreht, wandert der hohe Wasserstand über die Erde. An einem festen Ort an der Küste kann man darum zweimal pro Tag Hochwasser und zweimal Niedrigwasser zu einem festen Zeitpunkt erwarten. Durch die Drehung der Erde und des Mondes um einen gemeinsamen Punkt tritt der Zeitpunkt von Hoch- und Niedrigwasser jeden Tag jeweils 50 Minuten früher ein.