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Wattwurmhaufe, foto fitis, sytske dijksen

Die Bodenfauna im Gezeitengebiet

Wenn eine Tierart die extremen Bodenverhältnisse einer Gezeitenregion gut verträgt, kann sie von den großen Nährstoffmengen, die zweimal täglich von dem Meer zugeführt werden, profitieren. Muscheln, Würmer, Schnecken, Garnelen und Krebse gehören zu diesen Arten. Wegen der speziellen Anpassung sind es oft nur wenige Arten, diese sind aber mit sehr vielen Individuen vertreten.

  • Filtern oder Grasen?
    Baltische Tellmuschel mit Sipho, Foto Fitis, www.fotofitis.nl

    Viele Bodentiere ernähren sich vom Plankton, den freischwebenden mikroskopisch kleinen Pflanzen und Tiere des Meeres, andere fressen die Reste toter Meeresbewohner. Bodentiere sind ihrerseits Nahrung für andere Tiere im Meer: am Boden lebende Fische und einige Vögel. Bodentiere haben allerlei Methoden entwickelt, um ihre Nahrung aus dem Wasser zu sieben, vom Boden aufzusaugen oder abzugrasen.
    Filtrierer sieben Nahrungsteilchen aus dem Wasser. So stecken z.B. Sandröhrenwürmer Tentakel aus ihrer Röhre. Sie fangen Nahrungsteilchen mit einer klebrigen Flüssigkeit an ihren Tentakeln. Schalentiere wie Miesmuscheln sammeln Nahrungsteilchen auf der mit Wimpern bedeckten Oberfläche ihrer Kiemen. Die Nahrung wird mit diesen Wimpern in den Mund geführt.

    Nicht alle Schalentiere sind Filtrierer. Baltische Tellmuscheln z.B. haben einen Einström-Sipho in Form eines langen und beweglichen Saugrüssels, womit sie über die Bodenoberfläche fegen und wie eine Art Mini-Staubsauger Nahrungsteilchen aufsaugen.
    Wattwürmer schlucken ganze Happen vom Boden, um daraus im Darmkanal die verdaulichen Bestandteile zu entziehen. Um genügend Nahrung zu bekommen, müssen diese Tiere viel Sand verarbeiten. Der Wurm lebt in einer U-förmigen Röhre. An der einen Seite der Röhre frisst das Tier den Sand. Den Rest drückt der Wurm in Form der bekannten "Zahnpastahäufchen" auf der anderen Seite hinaus.
    Der Schlickkrebs wohnt ebenfalls in einer Bodenröhre. Mit seinen langen Antennen kratzt er ab und au rund um den Eingang herum den Wattboden ab. Das Material nimmt er mit in die Röhre und sucht daraus die verwertbaren Stoffe heraus. Der unverdauliche Rest kommt wieder nach draußen.
    Graser suchen sich ihre Nahrung auf der Bodenoberfläche. Die Wattschnecke z.B. kriecht über den Wattboden und grast einzellige Algen ab.

  • Räuber und Aasfresser

    Am Boden des Wattenmeeres kriechen Tiere herum, die andere Bodentiere fressen, tot oder lebend, wie der Seeringelwurm oder der Opalwurm mit seinen kräftigen Kiefern. Die meisten Räuber und Aasfresser leben am Boden, wie Garnelen, Krabben und Fische. Nur wenige Arten sind reine Aasfresser, wie bestimmte Flohkrebse und Meerasseln. Bakterien und Pilze wandeln das tote organische Material in Nährstoffe um.
    Tote Algen und Meerestiere sinken zusammen mit den Ausscheidungen lebender Tiere auf den Meeresboden. Diese Reste bilden die Nahrunggrundlage für viele Detritusfresser und Bakterien. Diese bauen organische Material zu Nährstoffen ab, wie Kieselsäure, Nitrat und Phosphat, die die Pflanzen im Meer (das Phytoplankton) für ihr Wachstum benötigen.