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Pilze im Meer

Bei Pilzen denkt man nicht so schnell an das Meer, es gibt sie aber auch hier. Im Meerwasser gibt es viele kleine, meist einzellige Pilze, die größtenteils zu den "Algenpilzen" (Phycomyceten) gezählt werden. Sie sind selten größer als ein Zehntel Millimeter und mit dem Auge kaum zu erkennen. Einige dieser Pilze sind Krankheitserreger und können z.B. Meeresfische, Krebse und Algen befallen. Einige Pilze schweben frei im Wasser, andere sitzen auf Treibholz, Muschelschalen und auf Sandkörnern auf dem Meeresboden. Die frei schwebenden Formen haben analog zum Zooplankton bizarre Schwebfortsätze. Pilze sind Abbauspezialisten und können z.B. Lignin (Holzstoff) in Treibholz oder Chitin, die Gerüstsubstanz der Krebstiere, abbauen.

  • Fortpflanzung

    Die Fortpflanzung verläuft über Sporen, die lange Zeit auf dem Boden überdauern können, bis etwas finden, auf dem sie wachsen können. Häufig haben ihre Sporen kleine Fortsätze (wie Spermien), wodurch sie etwas schwimmen können.

  • Vorkommen von Meerespilzen

    Man findet Meerespilze vor allem in Küstennähe, bis zu 2000 Sporen pro Liter. Dort gibt es mehr Nahrung in Form von organischem Abfall. Das sind kleine Stückchen von toten Pflanzen und Tieren, die im Wasser schweben und vom Land kommen. Viele Pilze können sich im Meerwasser nicht fortpflanzen. Dafür benötigen sie Süßwaser. Weiter draußen auf der Nordsee findet man nur noch 10 Sporen pro Liter.
    Im sauerstofflosen, schwarzen Schlick des Wattbodens kommen neben bestimmten Bakterienarten auch einzellige Hefepilze vor, die dort die Zucker aus organischen Stoffen vergären, ähnlich wie die Bäcker- und Bierhefen dies mit Zucker tun.

  • Meerespilze sind Abbauspezialisten

    In den Zeiten, als Netze und Tauwerk noch aus Naturstoffen gefertigt wurden, konnten bestimmte Pilzarten innerhalb weniger Wochen oder Monate der Fischerei und Seefahrt durch die Auflösung dieser Materialien erheblichen Schaden zufügen. Das Tauwerk und die Netze verschimmelten, wenn sie nicht gut genug getrocknet werden konnten. Auch hölzerne Schiffswracks sind vor Pilzen nicht sicher. Mit den heutigen Nylonnetzen und anderem Plastik werden diese Pilze allerdings nicht fertig. Leider werden somit auch verlorene, herumtreibende Geisternetze nicht mehr abgebaut, mit alles schwerwiegenden Folgen für die Meeresfauna.

  • Meerespilze als Krankheitserreger

    Einige Pilze im Meer können Fischseuchen verursachen, wie z.B. Ichthyophonus hoferi. Während Heringe und Schollen einen Befall mit diesem Pilz mit ihrem Leben bezahlen, können sich Kabeljauartige z.T. davon erholen. Der Pilz befällt sowohl innere Organe als auch das Hautgewebe. Zum Glück befällt dieser Pilz keine Säugetiere.
    Andere Kleinpilze besiedeln Kalk und können zum Beispiel die Zähne von Seewölfen befallen. Dabei kann der Pilz den Kalk auflösen.
    Ein Schleimpilz namens Labyrinthula befällt Seegras und hat schon Massensterben verursacht. Farblose Flecken auf Grünalgen können durch diese Schleimpilze verursacht werden. Auch Kieselalgen sind vor diesen Pilzen nicht sicher.