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Löffler

Maße:

80-90 Zentimeter, Spannweite 115-130 Zentimeter

Farbe:

weiß, schwarze Beine, schwarzer Schnabel mit gelber Spitze. In der Brutsaison weißer Schopf und gelber Brustfleck

Nahrung:

kleiner Fisch, Garnelen und Wasserinsekten

Feinde:

Fuchs, Frettchen

Status in den Niederlanden:

Brutvogel

Winterquartier:

Westafrika

Habitat:

Sumpfgebiete, Watten

Fortpflanzung:

etwa 4 Eier pro Nest, in Kolonien in Bäumen oder Schilfgebieten

Typisch:

fliegt mit gestrecktem Nacken, hin und her gehende Bewegungen beim Fischen

Politik (NL):

Netwerk Ökologisches Monitoring
Zielartenliste

Schutz:

Nie: Artenschutzplan, Flora- und Faunagesetz
Int: Vogelschutzrichtlinie, CITES, AEWA (Schutz Zugvögel), Berner Konvention, Bonner Konvention

  • Nie: Lepelaar
  • Eng: Eurasian spoonbill
  • Fra: Spatule blanche
  • Deu: Löffler
  • Ital: Spatola
  • Dän: Skestork
  • Nor: Skjestork
  • Fri: Leppelbek
  • Lat: Platalea leucorodia
Löffler, foto fitis, adriaan dijksen

Löffler

Mit seinem löffelförmigen Schnabel, dem leuchtend weißen Federkleid und den langen Watbeinen ist der Löffler eine elegante Erscheinung. Er filtert die Nahrung durch Hin- und Herbewegen des Schnabels aus dem Wasser. 2008 brüteten rund 1900 Paare in den Niederlanden, davon der größte Teil auf den Wattenmeerinseln. Löffler brüten vorzugsweise an ruhigen Stellen, die weniger als 50 Kilometer von den Nahrungsgebieten entfernt sind. "Ruhig" heißt in diesem Fall vor allem: am liebsten außerhalb des Bereichs von Raubtieren.

  • Ansiedlung und Entwicklung im niederländischen Wattenmeer
    Entwicklung der Löfflerpopulation, Resultate der Arbeitsgruppe Löffler

    Auf allen Wattenmeerinseln gibt es stabile Brutkolonien. Auf den drei Brutplätzen auf Texel hielten sich 2004 rund 300 Löffler auf, auf Vlieland 183, auf Terschelling 199, auf Ameland 24 und auf Schiermonnikoog 201. Auf Rottumerplaat brüteten 26 Paare und auf dem Balgzand 10. 2004 brüteten insgesamt 64% der niederländischen Löffler im Wattenmeer.
    Nach 1900 entstand die erste Wattenmeerkolonie der Löffler auf Texel (in De Muy). Es entwickelte sich eine stattliche Kolonie, die lange Zeit die einzige blieb. Erst in den 1950ern entstand auf Texel die zweite Kolonie in De Geul. 1962 ließ sich der Löffler auf der Boschplaat auf Terschelling nieder, 1982 auf den Schorren auf Texel, 1983 auf Vlieland und 1992 auf Schiermonnikoog. Zwischen Den Helder und Wieringen, auf dem Balgzand, entstand 1994 eine kleine Kolonie. 1994 wurde auch Ameland von de Löfflern als Brutgebiet entdeckt, obwohl es erst 1996 zu einem echten Bruterfolg kam. Zwei Jahre später, 1998, wurde der erste brütende Löffler auf Rottumerplaat entdeckt und 2000 siedelte die Art auf den Salzwiesen des Balgzand. 2008 erreichte die Zahl der Brutpaare auf Texel mit 370 Paaren einen Rekordstand.
    Der Löffler steht seit 2004 nicht mehr auf der Roten Liste der bedrohten Vogelarten in den Niederlanden.

  • Zugverhalten den Löfflers
    Löffler, foto fitis, adriaan dijksen

    Die Löffler, die in West-Europa brüten, überwintern vor allem an der westafrikanischen Küste, wie z.B. im tropischen Wattengebiet Banc d'Arguin vor der mauretanischen Küste. Im Herbst fliegen die Vögel über Nord- und Süd-Spanien. In diesen Gebieten bleiben sie ein oder zwei Wochen, um wieder zu neuen Kräften zu kommen, und ziehen dann weiter. Insgesamt kann dieser Zug zwei Monate dauern. Auf dem Zug nach Afrika stirbt etwa 60% der Jungen durch Jagd, Raub, Erschöpfung und vor allem Hochspannungsleitungen. 2008 wurden auf Schiermonnikoog Löffler beringt und mit Sendern ausgestattet. Durch die Verfolgung dieser Vögel hoffen die Wissenschaftler, einen besseren Einblick in die Todesursachen während des Zuges zu bekommen.
    Anfang Februar ziehen die Löffler wieder aus ihren Überwinterungsgebieten weg. Die Rückreise wird häufiger unterbrochen. Um ausreichend Energie für den Zug zu haben, muss auch an der Küste von Marokko und Frankreich gestoppt werden. Einmal in den Niederlanden angekommen, ist Friesland der Sammelplatz. Von hier aus fliegen die Vögel in ihre Brutkolonien.
    Manchmal werden in den Niederlanden überwinternde junge Löffler gesichtet. Das bedeutet, dass sie im September nicht in den Süden gezogen sind. So wurden im Dezember 2008 zwei Löffler im Balgzandpolder gesehen. Ihr rosa Schnabel zeigte an, dass es sich um Jungtiere handelte. Von den Überlebenschancen dieser besonderen Wintergäste ist wenig bekannt.

  • Fischen an der Küste
    Löffler, Marijke de Boer

    Die Löffler auf den Wattenmeerinseln leiden im Frühjahr manchmal an Nahrungsmangel. Sie fressen normalerweise Garnelen, die sie in den flachen Prielen im Watt finden, aber im Frühjahr halten sich die Garnelen noch in tieferem Wasser auf. Der Dreistachelige Stichling, ein Fisch, der unter natürlichen Bedingungen massenhaft in die Süßgewässer zieht um abzulaichen, wäre eine gute Nahrungsalternative für die Löffler. Auf den Inseln können die Stichlinge jedoch praktisch nirgendwo mehr aus dem Meer in die Binnengewässer ziehen, da es keine natürlichen Übergänge vom Salz- zum Süßwasser mehr gibt. Um diese Fische zu fangen, müssen die Löffler nach Nordholland und Friesland ziehen. Das kostet soviel Energie, dass die Löffler auf den Inseln drei Wochen später brüten als ihre Artgenossen auf dem Festland. Für die Löffler auf Texel wurde eine spezielle Stichlingspassage eingerichtet, um eine Lösung für dieses Problem zu schaffen.

  • Stichlingspassagen auf Texel

    Speziell für die Löffler wurde 1995 von Staatsbosbeheer im Wattenmeerdeich bei De Cocksdorp auf Texel eine Passage für den Dreistacheligen Stichling angelegt. Zwei Jahre später entstand eine weitere Passage zwischen der Mokbaai und dem Moksloot im Süden der Insel. Stichlinge ziehen zum Laichen ins Süßwasser und sind hier eine wichtige Nahrungsquelle für Sumpfvögel. Auf Texel konnte der Stichling jedoch, als Folge der Eindeichungen, nirgendwo mehr in das Süßwasser gelangen.
    Die Passage ist mit dem Pumpwerk bei Cocksdorp abgestimmt. Wenn Süsswasser ausgepumpt wird, werden Stichlinge angelockt, sie werden vom Süsswasserstrom in ein Auffangbecken gelockt und dann über den Deich gesogen. Über den Roggeslot kann der Fisch in die Polder ziehen. Dieser Fischlift wird automatisch vom Pumpwerk gesteuert.
    Während des Testbetriebes wurden mit Hilfe der Stichlingspassage im Frühjahr 1996 40.000 Stichlinge ins Süßwasser übergesetzt. Die Anzahl Stichlinge in den Wassergräben von Texel nahm danach stark zu. Junge Dreistachelige Stichlinge schwimmen ins Meer, doch kehren die geschlechtsreifen Tiere ins Süßwasser zurück. Stichlinge können auch im Süßwasser verbleiben, dann erreichen sie jedoch nicht das Gewicht der ins Meer ziehenden Artgenossen: Süßwasserstichlinge wiegen nur etwa 0,6 g, die Wanderformen wiegen 2,5 g.
    Nicht nur Stichlinge profitieren von der Passage, auch Glasaale werden von Süßwasser angelockt. Man hofft, dass sich der Aalbestand der Insel durch die Fischpassagen verbessert.
    Da die Stichlingshebepassage viel Wasser zum Anlocken der Stichlinge verbrauchte (350 Kubikmeter Wasser pro Tag), wurde diese nach einem Jahr stillgelegt. Das Wasser war für die Landwirtschaft nötig. Darüberhinaus flossen Abwässer aus den Kläranlagen, die nicht geeignet sind für Fische, auch durch die Passage. Der Wasserverband fand eine Lösung. Die Abwässer landen jetzt in einem Sinkteich, in dem Wasserflöhe (Nahrung der Stichlinge) gut leben können. Das Wasser wird über Sickerfelder gesäubert und landet in einem tieferen Teich, in dem Stichlinge leben. Da das Abwasser jetzt in Oberflächenwasser umgesetzt wurde, kann es zum Anlocken von Stichlingen über die Hebepassage genutzt werden. Die Wasserflöhe werden aus dem Sinkteich in den Stichlingsteich geschippt, so dass die Fische wachsen können. Davon profitieren wiederum die Löffler.

Löffler auf Texel